Eine Kultur des Schrumpfens
Kultur ist Reichtum an Problemen, und wir finden ein Zeitalter um so aufgeklärter, je mehr Rätsel es entdeckt hat.
Egon Friedell
Die Stadt ist zum einen Plattform kultureller Produktionen, zum anderen selbst kultureller Ausdruck unserer
Gesellschaft. Als solche hat sie zentrale Bedeutung für unser Selbstverständnis. Die durch Schrumpfung verursachten,
einschneidenden Veränderungen der Städte stellen deshalb nicht nur eine ökonomische und soziale, sondern auch eine
kulturelle Herausforderung dar. Die schrumpfenden Städte und Stadtteile befinden sich in einer Transformation, die
durch den Entzug der bisherigen ökonomischen und kulturellen Basis verursacht wurde.
Die sprichwörtlich “freie Stadt”, wie sie als Siedlungsmodell seit dem Mittelalter aufgefasst wird, ist eine vernetzte, heterogene Gesellschaft von verschiedenen kommunalen Bezugsgruppen, die jeweils durch soziale, nachbarschaftliche, kulturelle und familiäre Identitäten miteinander verbunden sind. Während städtischer Wachstumsphasen stellt sich der Kommune daher die Aufgabe, neu hinzukommende Einwohner in diese urban vernetzten Gesellschaftgruppen zu integrieren.
Diese Integration neu hinzugekommener Städter erfolgt in der Regel durch bereits vor Ort bestehende berufliche, kulturelle, oder nachbarschaftliche Communities, die die Neuankömmlinge aufnehmen und dadurch für das städtische Individuum erste Anlaufstationen für vielfältige soziale Bedürfnisse darstellen. Die geschilderten Folgen eines urbanen Schrumpfungsprozesse führen jedoch durch die stetig voranschreitende Auflösung von Nachbarschaften, Familienverbänden oder - bei einem Wegfall von Erwerbsarbeit - auch von kollegialen Strukturen mehr und mehr zur Vereinzelung urbaner Individuen. Stadtbevölkerung setzt sich heute zunehmend aus Einzelpersonen ohne eigene Hilfsnetzwerke zusammen, was sich in Zukunft, aufgrund einer ansteigenden Quote kinderloser Älterer, weiter verstärken wird.
Vereinzelung als Lebensform führt jedoch infolge des Verlustes gemeinschaftlicher Lebensformen und Hilfssysteme unmittelbar zu ansteigenden Ansprüchen der allein lebender Individuen an formale Dienstleistungen. Im sozialstaatlichem Modell müsste die, zuvor durch die nun wegfallende Bezugsgruppe erbrachte, integrative Hilfestellung für das einzelne Individuum nun durch kommunale Angebote ersetzt werden. Weil aber ein städtisches Schrumpfen immer auch mit einer Schrumpfung öffentlicher Haushalte einhergeht, kann eine solche Ausweitung öffentlicher Leistungen gar nicht mehr erbracht werden.
Die sprichwörtlich “freie Stadt”, wie sie als Siedlungsmodell seit dem Mittelalter aufgefasst wird, ist eine vernetzte, heterogene Gesellschaft von verschiedenen kommunalen Bezugsgruppen, die jeweils durch soziale, nachbarschaftliche, kulturelle und familiäre Identitäten miteinander verbunden sind. Während städtischer Wachstumsphasen stellt sich der Kommune daher die Aufgabe, neu hinzukommende Einwohner in diese urban vernetzten Gesellschaftgruppen zu integrieren.
Diese Integration neu hinzugekommener Städter erfolgt in der Regel durch bereits vor Ort bestehende berufliche, kulturelle, oder nachbarschaftliche Communities, die die Neuankömmlinge aufnehmen und dadurch für das städtische Individuum erste Anlaufstationen für vielfältige soziale Bedürfnisse darstellen. Die geschilderten Folgen eines urbanen Schrumpfungsprozesse führen jedoch durch die stetig voranschreitende Auflösung von Nachbarschaften, Familienverbänden oder - bei einem Wegfall von Erwerbsarbeit - auch von kollegialen Strukturen mehr und mehr zur Vereinzelung urbaner Individuen. Stadtbevölkerung setzt sich heute zunehmend aus Einzelpersonen ohne eigene Hilfsnetzwerke zusammen, was sich in Zukunft, aufgrund einer ansteigenden Quote kinderloser Älterer, weiter verstärken wird.
Vereinzelung als Lebensform führt jedoch infolge des Verlustes gemeinschaftlicher Lebensformen und Hilfssysteme unmittelbar zu ansteigenden Ansprüchen der allein lebender Individuen an formale Dienstleistungen. Im sozialstaatlichem Modell müsste die, zuvor durch die nun wegfallende Bezugsgruppe erbrachte, integrative Hilfestellung für das einzelne Individuum nun durch kommunale Angebote ersetzt werden. Weil aber ein städtisches Schrumpfen immer auch mit einer Schrumpfung öffentlicher Haushalte einhergeht, kann eine solche Ausweitung öffentlicher Leistungen gar nicht mehr erbracht werden.

Kommentare