Handlungsmodelle
Gegenwart, definiert als gesicherter Bestand einigermaßen konstanter Bedingungen, wird ständig kürzer
Albrecht Göschel
Schrumpfende Städte können vielfach Ausgangspunkt für kulturelle Innovationen sein. Ob in Architektur, Musik,
Kunst, und Literatur, Fotografie oder Film - eine grosse Zahl von Neuentwicklungen in Populär- und Hochkultur gehen
aus diesen städtischen Krisenstandorten hervor. Diese sind oft Teil andersartiger Alltagskulturen, die gleichermaßen
auf den Potentialen wie den Schwierigkeiten dieser Standorte beruhen. Oftmals leisten sie dabei wesentliche Beiträge
zur Neudefinition von Identitäten und mentaler Milieus und bieten wichtige Ansätze für die Konzeption von
Handlungsmodellen.
Das Kultur-Projekt shrinkingcities hat als Grundlage für die Entwicklung und Konzeption von kulturellen Handlungsmodellen u.A. folgende Fragen gestellt:
Das Kultur-Projekt shrinkingcities hat als Grundlage für die Entwicklung und Konzeption von kulturellen Handlungsmodellen u.A. folgende Fragen gestellt:
- Wie gehen wir mit nicht gewollten Überschüssen an Räumen, Gebäuden und Objekten um? Wie gehen wir mit dem technologisch, kulturell, zivilisatorisch Veralteten um? Was bedeuten Verlust, Erinnerung, Zerstörung, Zerstörungslust und Vandalismus in diesem Kontext? Wie kann die Dekultivierung gestaltet werden?
- Wie können die ungeplanten städtischen Strukturen im Alltag benutzt werden? Welche innovativen kulturellen Praktiken bilden sich in diesen neuen urbanen Situationen? Können wir im Ungeplanten ein innovatives Potential, gar eine Utopie oder Vision entdecken?
- Wie leben Menschen, wenn dauerhafte Erwerbsarbeit nicht oder kaum mehr vorhanden ist? Inwieweit können dann solche nichtmonetären Werte, wie etwa soziales Kapital, mangelnde Investitionen ersetzen? Welche Rolle können dabei informelle Ökonomien, Selbstorganisation und sogenannte Sub-Standard-Räume in unserer Gesellschaft einnehmen?

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