Wuppertal-Fakten und Prognosen
Unsere Wachstumsmasse führen uns in die Irre. Sie sind zu eindimensional, und sie messen immer das Falsche.
Ralf Dahrendorf
Wuppertal schrumpft kontinuierlich und seine Bewohner werden immer älter. In NRW haben zwischen 1992 und 2005 nur Hagen und Gelsenkirchen eine negativere Bevölkerungsentwicklung zu verzeichnen als Wuppertal. Die rückläufige Entwicklung (ca. 7% weniger Einwohner in nur 15 Jahren) verlief dabei linear, d.h. ohne grössere Ausreisser nach oben oder unten. Insgesamt liegt die Bevölkerungsentwicklung sowohl für die letzten Jahre als auch in allen Prognosen, jeweils deutlich unter dem Landes- und Regionalschnitt. (Der prognostizierte Bevölkerungsrückgang bis 2020: Je nach Prognose zwischen 8% und 18%).
Eine ähnlich rückläufige Bevölkerungsentwicklung verzeichnen in Deutschland neben wenigen Ausnahmen im Westen ansonsten nur noch einige Städte und Ortschaften im Osten des Landes, bei denen bis heute hauptsächlich sogenannte vereinigungsbedingte Faktoren dafür verantwortlich sind.
Auch ansonsten entsprechen für Wuppertal ermittelte Zahlen jenen Entwicklungen, die für schrumpfende Städte typisch sind. So verliert Wuppertal überdurchschnittlich viele aktive und gut ausgebildete Bewohner zwischen 25 und 40 Jahren und sehr häufig vor Allem auch junge Familien. Dramatisch ansteigend ist demgegenüber der Anteil der heute 65-70-jährigen und der über 75-jährigen Wuppertaler, wobei hier demographisch noch längst nicht der Höhepunkt der Entwicklung erreicht ist.
Bei anhaltendem Verlauf der Bevölkerungsentwicklung werden 2025 die dann altgewordenen geburtenstarken Jahrgänge - die heute 40-50-jährigen Bewohner Wuppertals - nur noch halb sovielen dann ihrerseits Vierzigjährigen gegenüberstehen, wie es im heutigen Generationenverhältnis der Fall ist. Auf Sicht wird sich die Tendenz zur Alterung der Bevölkerung sogar noch verstärken. So lebten in Wuppertal im Jahr 2005 ca. 20% weniger Kinder unter fünf Jahren, als noch im Jahr 1995, was massgeblich damit zusammenhängt, dass - vor allem aufgrund der starken Geburtenrückgänge ab ca. 1970 - heute bereits ca. 40% weniger potentielle Eltern zwischen 25 und 35 in der Stadt leben, als noch vor zehn Jahren.

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