Probleme und Chancen - Barmen
Transurbanes Experimental-Labor • Alter Markt Wuppertal-Barmen
Exposé dok.B .01.03
Die Lage des Objektes ist von entscheidender Bedeutung für die Erfolgsaussichten eines Betriebes als Experimental-Labor, aber auch für die konkreten Zielsetzungen eines Projektes in Bezug auf das Revitalisierungspotential eines Standortes. In diesem Abschnitt unseres Exposés beschäftigen wir uns daher mit einigen speziellen Bedingungen Wuppertal-Barmens.
Die Innenstadt Wuppertal-Barmens hat in den letzten Jahren einen erheblichen Bedeutungsverlust hinnehmen müssen. Die Abwanderung einiger grosser Einzelhändler, das Ende des alten Veranstaltungsortes “Barmer Bahnhof”, die andauernde Pause des Operhausbetriebes während der Sanierung einerseits, und erhebliche Investitionen in Einzelhandelsflächen, Gastronomie- und Freizeiteinrichtungen des konkurrierenden Stadtzentrums Wuppertal-Elberfeld andererseits, haben dazu geführt, dass der Standort Barmen innerhalb Wuppertals massiv an Attraktivität eingebüsst hat.
Das, früher gleichberechtigte, Stadtzentrum Barmen, immerhin Sitz der kommunalen Verwaltung, hat in Folge der Entwicklung ansteigenden Wohnungsleerstand, einen Abfluss von Kaufkraft, (nach Wuppertal-Elberfeld und in benachbarte Städte), sowie einen Mangel an urbanen Kultur- und Freizeiteinrichtungen zu verzeichnen. Ausnahmen hiervon stellen lediglich das städtisch betriebene Haus der Jugend dar, dass in den letzten Jahren die einzige Adresse für Live-Konzerte im östlichen Wuppertal war, sowie eine kommerzielle Diskothek am äussersten Rand des Stadtteils, weit ausserhalb Innenstadt. (Butan-Club)
Insgesamt macht sich innerhalb Wuppertals eine Sogwirkung Elberfelds bemerkbar. Diese wirkt sich auch auf die Präferenzen der noch in Barmen lebenden Bevölkerungsgruppen aus. Ein in den Abendstunden angestellter Vergleich macht die Diskrepanz urbanen Lebens zwischen Barmer und Elberfelder Innenstadt überaus deutlich. Es fehlt in Wuppertal-Barmen insgesamt an attraktiven Freizeit- und Kulturangeboten, speziell jedoch an einer gastronomischen und kulturellen örtlichen Dichte, wie sie in Elberfeld in gleich mehreren Vierteln geschaffen wurde, z.B. im Luisenviertel, an der Wiesenstrasse oder der Hofaue - und erst die Nachbarschaft verschiedener Alternativangebote macht es reizvoll, ein Quartier aufzusuchen, oder in ihm zu verweilen.