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<item rdf:about="http://tunnel-wuppertal.org/main/archives/89-guid.html">
    <title>Demonstration am Montag</title>
    <link>http://tunnel-wuppertal.org/main/archives/89-Demonstration-am-Montag.html</link>
    <description>
    Am kommenden Montag (15.03.) findet in Wuppertal-Barmen eine Demonstration &amp;#8220;Nein zum Kaputtsparen&amp;#8221; statt.
Während im Barmer Rathaus der Stadtrat die erste Etappe des &amp;#8220;Sparen um zu gestalten&amp;#8221;-Spardiktats von
Oberbürgermeister Peter Jung und Stadtkämmerer Johannes Slawig verabschieden soll, wird sich draussen zum ersten Mal
ein breiter gewordenes Bündnis gegen das Haushaltssicherungskonzept zu Wort melden. Unabhängig vom Ausgang der
Stadtratssitzung ist es sehr wichtig, dass sich möglichst viele Menschen an diesem Protest beteiligen, um deutlich zu
zeigen, wessen Stadt Wuppertal eigentlich ist und über wessen Lebensbedingungen &amp;#8220;die da drinnen&amp;#8221; abstimmen.
Und dass sich Wuppertal tatsächlich wehrt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der &lt;a title=&quot;ver.di-Aufruf (pdf)&quot; target=&quot;_blank&quot;
href=&quot;http://www.verdi.de/wuppertal/data/Informationsflugblatt-15.-Maerz-2010.pdf&quot;&gt;Originalaufruf&lt;/a&gt; zur Demonstration
stammt von ver.di, es rufen aber auch &lt;a title=&quot;AZ Wuppertal&quot; target=&quot;_blank&quot;
href=&quot;http://www.az-wuppertal.de/termine/termine.php&quot;&gt;viele&lt;/a&gt; andere &lt;a title=&quot;Gegen das Totsparen&quot; target=&quot;_blank&quot;
href=&quot;http://gegentotsparen.blogsport.de/2010/03/08/demo-nein-zum-kaputtsparen-am-montag-15-maerz-2010-um-15-uhr-ab-alter-markt/&quot;&gt;Initiativen&lt;/a&gt;
und &lt;a title=&quot;Quarta Settimana&quot; target=&quot;_blank&quot;
href=&quot;http://4Woche.blogsport.de/2010/03/09/auf-zum-rathaus/&quot;&gt;Einzelpersonen&lt;/a&gt; zur &lt;a title=&quot;Plakat zur Demo (pdf)&quot;
target=&quot;_blank&quot; href=&quot;http://4Woche.blogsport.de/images/plakat_152.pdf&quot;&gt;Teilnahme&lt;/a&gt; auf. Dem Demo-Aufruf von ver.di
ist übrigens zu entnehmen, dass die &amp;#8220;Schwarzgekleideten&amp;#8221; mitnichten den &amp;#8220;Black Block&amp;#8221; darstellen
werden, sondern einen Trauerzug. Na, denn. Hoffentlich geht&amp;#8217;s andernorts im Demonstrationszug auch etwas lauter zu.&lt;br
/&gt;&lt;br /&gt;Treffpunkt für die Demonstration ist im Übrigen der Alte Markt, welcher für TUNN:EL einen ganz &lt;a
title=&quot;warum?&quot; target=&quot;_blank&quot; href=&quot;http://tunnel-wuppertal.org/main/archives/55-Expose-Alter-Markt.html&quot;&gt;besonderen Bezugspunkt&lt;/a&gt; darstellt.
Alleine das hätte für TUNN:EL gereicht, ebenfalls für Montagnachmittag, (15.00 Uhr), nach Barmen zu mobilisieren.&lt;br
/&gt;
  
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    <dc:publisher>[TUNN:EL]</dc:publisher>
    <dc:creator>nospam@example.com (TUNN:EL)</dc:creator>
    <dc:subject>
    Aktuell, Netzlabor, Wehrt sich Wuppertal?, </dc:subject>
    <dc:date>2010-03-10T10:39:23Z</dc:date>
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<item rdf:about="http://tunnel-wuppertal.org/main/archives/88-guid.html">
    <title>Going Underground: um3000</title>
    <link>http://tunnel-wuppertal.org/main/archives/88-Going-Underground-um3000.html</link>
    <description>
    Zweimal Neues von drüben:&lt;br /&gt;Zum internen Treffen der &amp;#8220;freien Szene&amp;#8221; Wuppertals in der Alten Feuerwache,
bei dem sich Künstler und Kulturarbeiter über ihre Haltung zu einem von Oberbürgermeister Peter Jung angeregten
Treffen zwischen Stadtspitze und Kuturszene verständigen wollen, gibt es seit heute im &lt;a title=&quot;Zum UMLOG&quot;
target=&quot;_blank&quot; href=&quot;http://um3000.twoday.net&quot;&gt;UMLOG&lt;/a&gt; einen Zwischenruf von um3000, in dem die Reorganisation des
Underground gefordert wird. Den Text &amp;#8220;Wir koennen auch anders&amp;#8221; kann man auch als pdf-file herunterladen. &lt;a
title=&quot;Wir können auch anders! als pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;
href=&quot;http://um3000.org/files/Wir_koennen_auch_anders.pdf&quot;&gt;Download: Wir können auch anders!&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br
/&gt;Übermorgen, also am Freitag, den 05.03.2010 findet in der ersten Etage des ADA die zweite &lt;a title=&quot;Zum UMLOG&quot;
target=&quot;_blank&quot; href=&quot;http://um3000.twoday.net&quot;&gt;R.I.D.&lt;/a&gt; mit VEB DUBSTEP statt. Die Radikal Interdisziplinäre
Dorfdisko (R.I.D.) versucht erneut, radikale Klänge und Bässe aus der Familie des britischen Dancefloors in unserem
Dorf heimisch zu machen. Brumm, brumm, brumm – die Bassbox fällt gleich um! Für die VEB DUBSTEP-Dubs und Steps sind
auch diesmal folgende Aktivisten verantwortlich: Markus (Berlin, W-Tal), T.Raumdeckung (W-Tal) und um3000 (W-Tal) Für
eine radikale Alltagskultur!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Café ADA, erste Etage&lt;br /&gt; Wiesenstrasse 6, Wuppertal-Elberfeld&lt;br /&gt;2200
MEZ, Euer Beitrag am Eingang: Euro 3,–&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Koop von Café ADA und TUNN:EL&lt;br /&gt;
  
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    <dc:publisher>[TUNN:EL]</dc:publisher>
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    Aktuell, Netzlabor, Wehrt sich Wuppertal?, </dc:subject>
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<item rdf:about="http://tunnel-wuppertal.org/main/archives/87-guid.html">
    <title>Wehrt sich Wuppertal? TEIL 3</title>
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    <description>
    &lt;b&gt;Was nun ?&lt;/b&gt; – &lt;i&gt;Beitrag vom 03. März 2010&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ausplünderung der Städte und ihrer Bewohner und der Umbau der Kommunen zu renditeorientierten Unternehmen
vollzieht sich bisher erstaunlich konfliktfrei. Vorgeblich alternativlose Konzepte zur Privatisierung öffentlicher
Aufgaben und durch die lokalen Medien gefeierte &amp;#8220;zukunftssichernde&amp;#8221; Grossprojekte werden von der Bevölkerung
zumeist eher leidenschaftslos registriert, und die zunehmenden sozialen Verwerfungen in den Quartieren führen bisher
noch nicht zu Auseinandersetzungen zwischen Armen und Besitzenden. Oft sind die ärmsten Städte sogar die sichersten
in den entsprechenden Rankings der neoliberalen Thinktanks.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
 &lt;b&gt;Die herbeigeschriebene Ruhe&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anscheinend führen die Medienberichte über als schicksalshaft
dargestellte Notstände zu einer Ohnmacht, die daran hindert, aktiv zu werden und die Angelegenheiten des direkten
Umfeldes mitzubestimmen. Wo es vor dreissig Jahren um jede Erhöhung kommunaler Fahrpreise noch Konflikte gab,
verfallen die meisten Menschen mittlerweile selbst bei Streichungen fundamentaler öffentlicher Leistungen in eine
kaninchenhafte Schreckstarre. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Einzelkampf um die wenigen verbleibenden Ressourcen und die Angst vor dem
Verlust eigener, noch halbwegs abgesicherter Daseins-Nischen, verhindern bislang gemeinsame Reaktionen und Strategien
– zu beobachten in der Auseinandersetzung um die einzelnen Sparposten des Haushaltssicherungskonzeptes. Wenig klare
Zusammenhänge zwischen kommunaler Unterfinanzierung und profitfixierten Investoren oder zwischen sozialen Kürzungen
bei gleichzeitig weiter ansteigenden sozialen Ausgaben der Städte verwirren zusätzlich. Auch deshalb werden
angebliche offizielle Proteste dankbar aufgenommen – immer auch befördert von dem grunddeutschen Glauben, &amp;quot;die
da oben&amp;quot; würden es schon richten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die öffentlich jammernden Bürgermeister und ihre Verwaltungen
nutzen diese gelähmte Haltung, um die Gründe für den stetigen Niedergang der Organisationsform Stadt nach besten
Kräften zu verschleiern. Bis auf wenige Ausnahmen haben alle kommunalen Funktionsträger eine Karriere in der Union
oder der SPD gemacht. Sie gehören jenem politischen Lager an, das die einstmals von Margaret Thatcher im England der
achtziger Jahre vorexerzierte neoliberale Demontage der Gesellschaft auch in Deutschland in Angriff nahm. Peter Jung
und seine Kollegen stehen daher nicht nur unbeteiligt und hilflos am Rand des Abgrundes, in den eine Stadt wie
Wuppertal zu stürzen droht, sie gehören aktiv zu denen, die den letzten Schritt voran gefordert und gefördert
haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei stehen ihnen die wenigen wahrnehmbaren lokalen Medien äusserst hilfreich zur Seite, die in
einer Stadt wie Wuppertal längst ein Quasi-Monopol innehaben. Wie sollen Gründe und Ursachen des kommunalen
Ausverkaufs in der Öffentlichkeit thematisiert werden, wenn sich Lokalmedien wie WZ und WDR eine sehr selektive und
nur oberflächliche Berichterstattung zur Problemlage auf ihre Druckfahnen und Sendepläne geschrieben haben? Von
wenigen redaktionellen &amp;#8220;Unfällen&amp;#8221; abgesehen – etwa, wenn Stefan Seitz im kostenlosen Anzeigenblatt
Wuppertaler Rundschau ein &amp;#8220;Nein&amp;#8221; des Stadtrates zum Spardiktat des Kämmerers fordert – agieren die
Redaktionen gleichgeschaltet, gebrieft von den Lobbyakteuren der Bertelsmann-Stiftung oder der berüchtigten Initiative
neue soziale Marktwirtschaft (INSM), die den journalistischen Alltag gerne mit Tonnen Papier und vorverfassten
Leitartikeln erleichtern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Proteste gegen die Haushaltspläne werden in gute und schlechte sortiert, wie zB.
durch den bewährten Hofberichterstatter Andreas Lukesch, der in der &lt;a href=&quot;http://www.wz-newsline.de/?redid=713847&quot;
target=&quot;_blank&quot; title=&quot;Zum Lukesch-Kommentar&quot;&gt;WZ&lt;/a&gt; deutlich gegen eine kleine Protestaktion nach einer
Brecht-Aufführung im Barmer Opernhaus am 22.12. des letzten Jahres Stimmung machte; kritische Stimmen werden
normalerweise komplett ausgeblendet, während Profiteure des neoliberalen Strukturwandels wie Jörg Heynkes &lt;a
href=&quot;http://www.wz-newsline.de/?redid=754758&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;zum Interview mit Heynkes&quot;&gt;breiten Raum&lt;/a&gt; zur
Selbstdarstellung erhalten; und durchaus umstrittene Projekte wie der Umbau des Döppersbergs werden pauschal als für
die Zukunft der Stadt unverzichtbar dargestellt, ohne die Planungen ernsthaft zu hinterfragen. Stattdessen werden
Gegner des Umbaus von der WZ als sture Wirrköpfe und Nestbeschmutzer behandelt. Die Monopol-Zeitung steht damit fest
und ungebrochen in der &lt;a title=&quot;WIKIPEDIA dazu&quot; target=&quot;_blank&quot;
href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Westdeutsche_Zeitung#Redaktion&quot;&gt;üblen Tradition&lt;/a&gt; eines Michael Hartmann.&lt;br
/&gt;&lt;br /&gt;Und dass es der sehr üppig gebührenfinanzierte Apparat des WDR schafft, in der lokalen Berichterstattung fast
ausschliesslich über bunte Seiten aus der &amp;#8220;Vermischtesabteilung&amp;#8221; zu informieren, ohne auch nur einmal
kritisch bei den Verantwortlichen für die Misere nachzufragen, ist ein Menetekel politischer Einflussnahme auf die
öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten. Dass es seinerzeit der Kölner &amp;#8220;Monitor&amp;#8221;-Redaktion bedurfte, ein
Interview mit Johannes Slawig zum Cross-Border-Leasing-Desaster der Stadt zu führen, ist ein Armutszeugnis für die
Macher der &amp;#8220;Lokalzeit Bergisch Land&amp;#8221;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Was kann man schon tun?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gründe genug
also, zu resignieren? Denn wie kann angesichts der geschilderten Zusammenhänge eine Gegenwehr der betroffenen Menschen
überhaupt aussehen, wenn die Ursachen der Krise in einem unerreichbar übergeordneten Rahmen zu suchen sind? Wie sollen
die wirklichen Gründe für den kommunalen Ausverkauf thematisiert werden, wenn von Zeitungen und Fernsehanstalten keine
Unterstützung bei der Aufklärung der Ursachen zu erwarten ist? Wenn sich entstehende Initiativgruppen im Geldmangel
oder in toten One-Way-Sackgassen der Verwaltungsebenen verlaufen und potentiellem Widerstand der Elan durch vorgebliche
Proteste der Mitverursacher der Krise weggenommen wird?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Anfang würde es schon helfen, ein paar Fragen zu
stellen, Auf ernsthafte Antworten sollte man jedoch nicht wirklich hoffen – die muss man sich schon selbst geben, was
zumeist gar nicht so schwerfällt. Es gibt in der Situation Wuppertals einige ungeklärte Sachverhalte, deren Auflösung
auch für die aktuellen Debatten um die ominöse Sparliste sehr interessant wäre.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie verhält es sich zum
Beispiel mit dem Wuppertaler Eigenanteil bei der Finanzierung des Repräsentationsprojektes Döppersberg? Woher kommen
die ca. 35 Millionen Euro? Wieviel Anteil hat der Teilverkauf der Stadtwerke an den belgischen Konzern Electrabel
daran? Welche anderen Projekte werden zur Aufbringung der gewaltigen Summe gestrichen? Welche Baufirmen werden von dem
100 Millionen-Projekt profitieren? Denn das viele Geld, dass sich Wuppertal aussagegemäss aus den Töpfen der
Landesförderung sichern will, kommt nur sehr indirekt den Wuppertalern zugute. Bezahlt werden damit in erster Linie
Bau- und Planungsaufgaben. Gehören auch am Döppersberg also wieder Konzerne wie Bilfinger Berger oder Hochtief zu den
Auftragnehmern, die bei fast allen grossen Investitionsprojekten der letzten Jahre Profite scheffelten – notfalls
offenbar sogar auf einem Weg der Missachtung von Sicherheitsauflagen wie bei der Kölner U-Bahn-Katastrophe? &lt;br /&gt;&lt;br
/&gt;Wer sind Partnerbanken und -Unternehmen der Hasselmann und Müller Planungsgesellschaft in Kassel, die die
Gesamtplanung bei Finanzierung, Auftragsvergabe und Durchführung des Projektes Döppersberg innehat? Auch wenn der
Umbau des Elberfelder Verkehrsknotens offiziell kein PPP-Modell ist, (eine Machbarkeit wurde in der Frühphase der
Planungen aber durchaus geprüft), ist keineswegs sicher, dass am Ende nicht doch wieder die gleichen Konzerne
profitieren, die bei solchen Partnerschaften mit privat-öffentlichen Konstruktionen ein Oligopol gebildet haben. Über
entsprechende Kontakte verfügt Hasselmann und Müller, denn  Kontaktpflege ist schliesslich eines der wichtigsten
Ziele bei Veranstaltungen wie &amp;#8220;Symposien zu alternativen Finanzierungen&amp;#8221;, bei denen sich Baukonzerne und
Finanzindustrie ihre öffentlichen Auftraggeber abschussgerecht zurechtlegen. Die Teilnehmerlisten solcher
Veranstaltungen, auf denen auch Hasselmann und Müller auftaucht, lesen sich z.T. wie ein &amp;#8220;Who&amp;#8217;s Who&amp;#8221; des
neoliberalen Oligopols. Man findet dort neben politischen und administrativen Entscheidern solch schillernde Namen wie
Freshfields, Alpine Bau Deutschland, Hochtief PPP Solutions, Siemens, CommerzLeasing und Immobilien oder die heute
bankrotte Royal Bank of Scotland.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch beim Neubau eines Jugendknastes in einem der am meisten
frequentierten Naherholungsgebiete der Stadt stellen sich diese Fragen. Wer profitiert vom Bau? Gibt es
Koppelvereinbarungen mit einem Ausbau der Landesstrasse zur Autobahn A1 in Wuppertal Ronsdorf? Wer hat eigentlich die
Wuppertaler je gefragt, ob sie die Stadt als ein &amp;#8220;Kompetenzzentrum Knast und Lager&amp;#8221; wünschen?&lt;br /&gt;&lt;br
/&gt;Wessen Interessen werden bedient, wenn weitere Shoppingmalls geplant und durchgedrückt werden, (z.B. an der
Ohligsmühle), wo doch gleichzeitig die Innenstädte Wuppertals immer neue Rekorde an Leerständen im Einzelhandel
aufweisen? Wem dient ein IKEA in Innenstadtnähe, ausser den Schweden selbst? Und aus welchem Grund wird einem Investor
wie dem Metro-Konzern gestattet, dem städtebaulichen Monstrum Morianstrasse mit dem SATURN ein weiteres Monument ohne
Fenster hinzuzufügen, wodurch jeder Versuch, der Elberfelder City ein sympathischeres Entreé zu verschaffen, ohnehin
wie Hohn wirken muss?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und wenn der Teilverkauf der kommunalen Stadtwerke schonmal erwähnt wird: Haben
eigentlich die Interessen der belgischen Electrabel etwas damit zu tun, dass notwendige und überfällige Reparaturen
des Schwebebahngerüstes nicht ausgeführt wurden? Steht das Rückgrat des Wuppertaler Nahverkehrs still, weil eine
Querfinanzierung der Verkehrsbetriebe zur Instandhaltung der Schwebebahn mit den privat/öffentlichen
Besitzverhältnissen im Energiesektor nicht mehr vereinbar war? Leiden Tausende im Nahverkehr, weil der belgischen
Electrabel die Reparaturkosten am kaputten Fahrgerüst nicht vermittelbar sind?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die Krise der Städte
wird auch am Hindukusch verursacht&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch erst wenn Fragen über den örtlichen Kontext hinausgehen, kann
man verhindern, sich unablässig im Kreis zu drehen. Erst wenn die Blockade der Köpfe gelöst wird, die – einer
beispiellosen Finanzkrise zum Trotz – immer noch durch das &amp;#8220;TINA&amp;#8221;-Mantra des kapitalistischen Endsiegs im
Narren-Kostüm einer &amp;#8220;sozialen Marktwirschaft&amp;#8221; verursacht wird, &lt;a
href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Tina-Prinzip&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;TINA? Häh?&quot;&gt;(&amp;quot;There is no
Alternative&amp;quot;)&lt;/a&gt;, kann man für sich selber wieder Handlungsperspektiven entwickeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ohne eine
Thematisierung der gesetzten Prioritäten wird sich die Lage der gesellschaftlichen Finanzierung nicht verbessern
lassen. Schon gar nicht, wenn die von interessierter Seite so vielgelobte &amp;#8220;öffentliche Schuldenbremse&amp;#8221;
zukünftig eingehalten werden soll, auf die sich die in den Parlamenten versammelten Vertreter der Konzerninteressen
parteiübergreifend geeinigt haben – um die auf Konten der internationalen Finanzwirtschaft verschobene fette Beute
des &amp;#8220;Bankenrettungsgesetzes&amp;#8221; zu legitimieren. Alleine die undurchsichtige Notrettung der HRE hat z.B. das
fünfzigfache der Wuppertaler Schulden gekostet. (100 Mrd. Euro.) &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch einige Jahrzehnte politischen
&amp;#8220;Rollbacks&amp;#8221; haben ausgereicht, dass manches inzwischen fast vollständig unthematisiert bleibt, während
anderes, wie die Sozialetats oder die Kulturförderungen beständig unter Beschuss stehen. Wer kommt schon noch auf die
Idee, eine expansive, weltweite Kriegspolitik mit der Krise in den Städten in Zusammenhang zu bringen? Wem ist bewusst,
dass ein EADS-Airbus-Transporter A 400, der laut Definition für eigene Transportkapazitäten ausserhalb des Kontinents
notwendig ist, und von dem die Bundeswehr 60 Stück bestellt hat, bis zum Doppelten des Wuppertaler Sparkonzeptes
kostet? (Schätzungen des Stückpreises reichen von 100 - 180 Mio. Euro je Flieger.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer macht sich klar,
dass die politische Entscheidung, die Bundeswehr auch in fernen Kriegsgebieten wie Afghanistan in Stellung bringen zu
können, auch etwas mit der Schliessung von Schulbibliotheken zu tun hat? Der Krieg in Afghanistan wird zurecht von der
Mehrheit der Bevölkerung aus prinzipiellen Gründen abgelehnt, die Tatsache aber, dass nur zwei Jahre
&amp;#8220;Verteidigung unserer Freiheit am Hindukusch&amp;#8221; ungefähr der Gesamtverschuldung einer Stadt wie Wuppertal
entsprechen, wird kaum diskutiert. Der Krieg in Afghanistan geht jetzt in das neunte Jahr. (Die Schulden der Stadt: ca.
2 Mrd. Euro, die deutschen Kriegskosten in Afghanistan betragen aktuell pro Jahr: ca. 1,1 Mrd. Euro.) Die strategische
Entscheidung, Deutschland wieder in weltweite Kriege zu führen, wird demnach nicht nur gegen die politischen Bedenken
der Bevölkerungsmehrheit durchgesetzt, sondern auch um den Preis funktionierender eigener sozialer Strukturen. Die
Aufgabe ganzer Quartiere samt der Bevölkerung ist, so gesehen, ebenso eine Art &amp;#8220;Notopfer&amp;#8221; für die deutsche
Kriegsstrategie, wie es Hartz-IV-Gesetzgebung, eingeschränkte Krankenversorgung oder jedes der anderen
&amp;#8220;Reformprojekte&amp;#8221; der letzten Jahre sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die strategische Entscheidung, Deutschland wieder in
weltweite Kriege zu führen, wird nicht nur gegen die politischen Bedenken der Bevölkerungsmehrheit durchgesetzt,
sondern auch um den Preis funktionierender eigener sozialer Strukturen. Die Aufgabe ganzer Quartiere samt der
Bevölkerung ist eine Art &amp;#8220;Notopfer&amp;#8221; – auch für die deutsche Kriegsstrategie. Ebenso wie es die
Hartz-IV-Gesetzgebung, eingeschränkte Krankenversorgung oder jedes der anderen &amp;#8220;Reformprojekte&amp;#8221; der letzten
Jahre sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Absicherung der kapitalistischen Interessen der Konzerne aus Finanzindustrie und
militärisch-industriellem &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Milit%C3%A4risch-industrieller_Komplex&quot;
target=&quot;_blank&quot; title=&quot;Was für&#039;n Komplex?&quot;&gt;Komplex&lt;/a&gt; und die Durchsetzung der Profitinteressen weniger Global Player
stehen auf der durch die Parteien bestimmten Prioritätenliste ganz oben.  Jeder weiss es eigentlich. Auch schon
ziemlich lange. Doch eine Diskussion darüber findet nicht statt. Wer es versucht, muss zumindest mit einer Strafarbeit
rechnen: Ich darf das System nicht infragestellen, ich darf das System nicht infragestellen, ich darf das System nicht
infragestellen, ich darf das System... &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Allein machen sie dich ein&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ohne ein radikales
Hinterfragen systemischer Zusammenhänge wird man auf der Suche nach tragfähgen Ideen für ein zukünftiges
gesellschaftliches Zusammenleben jedoch nicht weit kommen. In demokratisch kaum noch legitimierten Herrschaftssystemen
- die Wuppertaler CDU wurde z.B. gerade einmal von 12% aller in der Stadt lebenden Menschen gewählt – ist nicht zu
erwarten, dass ein echtes Nachdenken, (und Handeln), in den politisch längst entkernten Strukturen der Räte und
Parlamente beginnen kann, auch wenn einzelne Parteien der Opposition darum bemüht sein mögen. Der Beginn von
Veränderung muss von unten initiert und organisiert werden, und er darf nicht an kleinlichen Interessen scheitern.
Wenn etwas erreicht werden soll, bevor der Ausverkauf der öffentlichen Räume und Strukturen abgeschlossen ist,
müssen jetzt Bündnisse eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Liste der Initiativen, die am letzten Freitag zur &lt;a title=&quot;Der Aufruf&quot; target=&quot;_blank&quot;
href=&quot;http://tunnel-wuppertal.org/main/archives/86-Auf-ins-Rathaus%21-Am-FR-26.02.2010.html&quot;&gt;offenen Protestversammlung&lt;/a&gt; ins Barmer Rathaus
eingeladen hatten, zeigt, wie es sein kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es muss jetzt darum gehen, diese Liste zu erweitern, ohne dabei
an Entschlossenheit zu verlieren. Ein solches Bündnis muss neben den üblichen Organisationen und Initiativen auch
Einzelpersonen und ungebundene Gruppen ansprechen, um einen dynamischen Prozess auszulösen und um Begrenzungen
einzelner politischer Ziele und Aktionsansätze aufzubrechen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Erfolg des breit aufgestellten Bündnisses
&amp;#8220;¡no pasarán!&amp;#8221;, das vor zwei Wochen den alljährlichen Marsch eines Faschisten-Mobs in Dresden durch
massenhaften zivilen Ungehorsam mittels zahlreicher Blockaden verhindert hat, hat gezeigt, wie weit man mit
entschlossenem und solidarischem Handeln kommen kann. Neben dem Mut, sich auch von Kriminalisierungsversuchen nicht
einschüchtern zu lassen, waren ein klar definiertes Ziel, eine gute Vorbereitung und eine sehr gute Vernetzung der
verschiedenen Akteure Voraussetzung für diesen Erfolg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An einer solchen Vernetzung mangelt es in Wuppertal
noch. Hier müssen allseits miteinander Kompromisse eingegangen werden, um durch die Nutzung einer gemeinsamen
Informationsplattform notwendige Aktionsformen zu organisieren und um Proteste zu koordinieren. Zugleich muss eine
solche Vernetzung auch eine gut funktionierende lokale Gegenöffentlichkeit schaffen, um dem Meinungsmonopol der
einzigen Wuppertaler Tageszeitung und der Vermischtes-Berichterstattung des Wuppertaler WDR-Studios etwas
entgegensetzen zu können. Der Aufbau eines eigenen zentralen Informationsnetzes gehört daher zu den wichtigsten
Aufgaben, denen sich möglicher urbaner Widerstand gegen den Raub der Stadt stellen muss. Hierfür bedarf es der
Unterstützung durch alle bestehenden Initiativen und Infoportale. Auch die Parlamentarier im Stadtrat, die ihre Nähe
zu den Bewegungen gerne betonen, müssen ihnen zur Verfügung stehende Mittel in ein Gegenöffentlichkeits-Projekt
einbringen. Schliesslich wurden sie nicht gewählt, um zu regieren, sondern um den Fuss in der Tür des Stadtrats zu
haben. Die Räume, die durch die Ratsfraktion DIE LINKE im Barmer Rathaus für die Offene Protestversammlung am letzten
Freitag gestellt wurden, sind ein guter Anfang.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch auch ein gemeinsames Ziel ist noch nicht auszumachen,
noch machen zuviele von den Plänen der Stadt Betroffene den Eindruck, sie glaubten, dass sich bei entsprechender Demut
der fragile Status Quo aufrechterhalten liesse. Zu oft wird der Protest auf die Forderung nach Erhalt bisheriger
Zuschüsse reduziert – als sei bisher alles in Ordnung gewesen. Zu naiv wird noch immer auf Dialogfähigkeit und
Einsichten gehofft, wo doch längst vollendete Tatsachen geschaffen wurden. Das gilt auch und besonders für die
sogenannte &amp;#8220;freie Kulturszene&amp;#8221; der Stadt. Das erforderliche &amp;quot;radikale Hinterfragen systemischer
Zusammenhänge&amp;quot;, das vor allem auch von Künstlern kommen müsste, findet zu wenig statt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die
Off-Kultur, die an der Spitze des Widerstands stehen sollte, debattiert über Strategien für das Gespräch mit OB
Peter Jung, anstatt die Gespräche mit der Stadt einzustellen – um so eigene Handlungsoptionen zurückzugewinnen.
Denn solche Gespräche sind schon deshalb sinnlos, weil die beteilgten Gesprächspartner keinen gemeinsamen
Kulturbegriff haben, über den es zu reden lohnte. Wenn in offiziellen Runden von Kultur die Rede ist, dann als
Standortfaktor oder als Projekt des Tourismus. Kultur wird als Produkt aufgefasst, nicht als notwendiger
gesellschaftlicher Kitt. In solchen Gesprächen ist nichts zu holen – im Gegenteil. Anstatt eine eigene Offensive
vorzubereiten, verpufft die Energie in vielen erfolglosen Rückzugsgefechten.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Es muss eine schnelle
Verständigung auf das geben, was in dieser Stadt in der zukünftigen Lage erreicht werden soll. Das muss über das
zweifelhafte Verteidigen reduzierter Angebote hinausgehen. Kulturszene und die sozialen Initiativen müssen jetzt
anfangen über Strukturen und Strategien nachzudenken, mit denen Räume und Möglichkeiten nach einem vollzogenen
Kahlschlag erobert und verteidigt werden können. Ein zukünftiger Underground muss jetzt vorbereitet und organisiert
werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei hilft manchmal ein Blick über den Rand des Talkessels. In Städten wie Hamburg haben breite
Bündnisse aus Off-Kultur und politischen Bewegungen nicht nur ein massives Druckpotential geschaffen, sondern auch
schon Bemerkenswertes erreicht. Die Interessen von kleinen Einzelhändlern, einfachen Bewohnern und Künstlern eines
Quartiers sind im Widerstand gegen einen neoliberalen Stadtumbau nicht entgegengesetzt – jedem wird sein Kiez auf die
eine oder andere Art weggenommen. Sei es durch Verdrängung oder durch Streichung aller öffentlichen Mittel. Von
Bündnissen wie dem Hamburger &amp;#8220;Recht auf Stadt&amp;#8221; lässt sich auch für eine Situation wie der Wuppertaler
einiges lernen, selbst wenn Gentrifizierungs-Probleme – nur oberflächlich betrachtet – anders gelagert erscheinen
als jene einer &amp;#8220;sparenden Stadt&amp;#8221;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Künstler Wuppertals, die Arbeitslosen, die Niedriglöhner,
die Wuppertaler Migranten und die Nicht-Migranten von ausserhalb,  die Alten und die Jungen, Freischwimmer und
Nichtschwimmer, Kaufleute und ihre Kunden, die Kioskbesitzer und die Open-Air-Biertrinker müssen sich jetzt
solidarisieren und sich in zivilem Ungehorsam üben. Sie müssen klarmachen, dass Wuppertal ihre Stadt ist, und eben
nicht die der Banken und Baukonzerne, der Krisengewinnler und Kapitalisten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vieles deutet daraufhin, dass
sich die sozialen und politischen Konflikte zunehmend vor der eigenen Haustüre und im eigenen Kiez abspielen werden.
Fast vergessene Auseinandersetzungen um die Form des gesellschaftlichen Zusamenlebens werden dabei in den sich
abzeichnenden kommenden urbanen Kämpfen wieder neu aufbrechen. Diese urbanen Kämpfe, von denen es im Moment noch nur
einen kleinen Vorgeschmack gibt, werden schwierig und hart, denn niemand sollte meinen, dass sie einfach zu gewinnen
seien. Im Gegenteil. Die, die schon viel zuviel in ihrem Sinne ge- und verdreht haben, werden ihre Beute nicht so
einfach loslassen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Aber es muss versucht werden. Jetzt.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a title=&quot;YouTube: Originalseite des Videos&quot; target=&quot;_blank&quot; href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=THj5phjgzIw&quot;&gt;YouTube:
“Das Empire hebt ab” Psychokinese gegen Gentrification&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a title=&quot;Das Empire hebt ab&quot; target=&quot;_blank&quot;
href=&quot;http://nionhh.wordpress.com/2010/02/09/das-empire-hebt-ab-psychokinetisches-experiment-schickt-immobilienwirtschaft-ins-weltall/&quot;&gt;Website
der Aktion &amp;#8220;Das Empire hebt ab&amp;#8221;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a title=&quot;Gentrification-Blog&quot; target=&quot;_blank&quot; href=&quot;http://gentrificationblog.wordpress.com/page/2/&quot;&gt;via
Gentrification-Blog v. Andrej Holm&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a title=&quot;zurück zum Index&quot; target=&quot;_blank&quot; href=&quot;http://tunnel-wuppertal.org/main/archives/83-Wehrt-sich-Wuppertal.html&quot;&gt;Zurück zum Index&lt;/a&gt; 
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    Wehrt sich Wuppertal?, </dc:subject>
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    <title>Wehrt sich Wuppertal? Teil 2</title>
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    &lt;b&gt;Woran liegt&amp;#8217;s ?&lt;/b&gt;&lt;i&gt; – Beitrag vom 09.Februar 2010&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter dem dichten Nebel aus Worthülsen, den Bündnisse wie &amp;#8220;Wuppertal wehrt sich&amp;#8221; und demonstrierende
Bürgermeister im Ping-Pong mit der Presse verursachen, verschwindet die Sicht auf die Gründe urbaner
Fehlentwicklungen.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
 Auf den ersten Blick gegenläufige Tendenzen wie das Problem der Gentrifizierung in &amp;#8220;boomenden Städten&amp;#8221; –
gegen das man sich besonders in Hamburg oder Berlin zu wehren beginnt –  und der Niedergang von &amp;quot;shrinking
cities&amp;quot; wie Wuppertal, verwirren den Betrachter. Der beide Seiten der gleichen Medaille verbindende Ausgangspunkt
solcher Entwicklungen – der forcierte Umbau von städtischem Raum zu privaten Renditezonen – tritt hinter die
täglichen (Verteilungs-) Kämpfe um die letzten Reserven zurück. Seien es die letzten Raumreserven, oder die letzte
Kohle.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch wenn überhaupt eigene Strategien entwickelt werden sollen,  um in der Stadt der Zukunft noch
zuhause sein zu können, muss man wissen, womit man es eigentlich zu tun hat. Begreift man nicht, dass die
Entwicklungen Folgen bewusster Entscheidungen sind, und dass immer handelnde Personen und Subjekte hinter diesen
Entscheidungen stehen, bleibt der Eindruck nahezu vom Himmel gefallener, alternativloser Naturkatastrophen.&lt;br /&gt;&lt;br
/&gt;Zunehmende Segregation und Bankrott der Städte sind jedoch kein Erdbeben. Sie sind als Folge politischer Vorgaben
durchaus gewollt, zumindest aber billigend in Kauf genommen. Um das zu erkennen, muss man die urbanen Veränderungen
als politischen Prozess betrachten, die Interessen und Strategien den jeweiligen Akteuren zuordnen und beurteilen.&lt;br
/&gt;&lt;br /&gt;Die Beschäftigung mit den Ursachen der derzeitigen urbanen Tendenzen ist nicht immer einfach und teilweise
auch langweilig wie trockenes altes Brot – zwischen scheinbarer Binse und echter Information. Doch da müssen wir
durch. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Worum geht&amp;#8217;s hier eigentlich?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer will, kann die Strategien zur Neuordnung der
Kommunen und zur neoliberalen Eroberung städtischer Lebensräume seit Jahren nachlesen. Zum Beispiel bei der
allgegenwärtigen Bertelsmann-Stiftung, die ausdauernd das marktwirtschaftliche Mantra von Städten als
Wirtschaftunternehmen singt; dafür sämtliche Aspekte des städtischen Lebens erfasst, auswertet und als
Standortfaktor klassifiziert – und praktischerweise dann den von ihr beratenen Verwaltungen direkt auch noch den
neoliberalen Werkzeugkasten für eine Verlagerung kommunaler Aufgaben in das Privatreich der Global-Player anbietet.
Kostengünstig. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachlesen lässt es sich auch in in vielen Konzepten von Firmen wie Price Waterhouse, KPMG
und Banken wie UBS/Warburg zu von ihnen ausdauernd propagierten Public-Private-Partnership-Deals, mit denen nahezu
jeder Teilbereich städtischen Lebens in eine kommerzielle Verwurstbarkeit überführt werden soll – sehr gerne auch
unter Mithilfe “verdienter” ehemaliger Politiker und heutiger Lobbyisten. Wie dem Untoten Rudolf Scharping, SPD,
ehemals brutto und netto verwechselnder Kanzlerkandidat und Radfahrer, der jetzt mit einer Beraterfirma den Newsletter
“PPP-Kompakt” herausgibt, oder Josef Fischer, ehemaliger Frankfurter Hausbesetzer, späterer Kriegsaussenminister
und leibhaftige Kohlparodie, der neben der Lobbytätigkeit für BMW leider auch noch genügend Zeit dazu findet, als
ein externer “Berater für Gentrifizierungsprojekte” beim EUREF zu wirken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&amp;#8220;Gentrifizierung&amp;#8221;
als Ziel, nicht als Unheil wohlgemerkt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und auch im Herzen des Kapitals, bei der Europäischen Union in
Brüssel, die die europaweite Förderung von PPP-Deals zu ihren Kernaufgaben zählt, finden sich jede Menge
strategische Studien dazu, wie der Umbau öffentlicher urbaner Strukturen zugunsten des Privatkapitals am Besten
bewerkstelligt werden kann. Neben den klassischen Verkaufs-Privatisierungen sind die semiprivaten Modelle des
gemeinsamen Investments das Hauptinstrument des derzeitigen neoliberalen Stadtumbaus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die durch die EU
geförderten Öffentlich-Privaten-Kollaborationen zwischen Institutionen und privaten Geldgebern bzw. Betreibern
kommunaler oder regionaler Infrastruktur sind ihrem Wesen nach nur wenig anders konstruiert als die inzwischen
berüchtigten Cross-Border-Leasing-Kontrakte, mit denen auch Wuppertal ganz eigene Erfahrungen gemacht hat. Bei den
PPP-Kontrakten geht es um Neuinvestitionen in Infrastruktur, bei CBL-Deals ging es um den Verkauf von im
Allgemeineigentum befindlichen Anlagen und Werten an Finanzinvestoren – nur, um sie von diesen für viele Jahrzehnte
zurückzuleasen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seitdem diese Re-Leasing-Deals in den USA, wo die meisten jener grossen Finanzinvestoren
ihren Sitz haben, nicht länger steuerlich begünstigt werden, sind sie auch auf Investorenseite nicht mehr populär.
Stattdessen konzentriert sich die “moderne” kommunale Privatisierung auf die Variante der
“Public-Private-Partnerships”, bei denen private Partner in enger Kooperation mit Grossbanken Bauträger,
Ausführender und späterer Betreiber von städtischer Infrastruktur sind. Die neuen Verwaltungsgebäude, Messehallen,
Strassen oder Schulenzentren werden von ihnen im Rahmen von Komplett- Dienstleistungsverträgen mit jeweils 30-50
Jahren Laufzeit an die Städte oder deren kommunale Töchter vermietet. Die Höhe der Mietzahlungen ist dabei soweit
festgelegt, dass die Profitrate für den privaten Investor dauerhaft sichergestellt wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Wem gehört die
Welt?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Geschäfte sind in der Regel nur für die privaten Investoren profitabel. Für beteiligte
Städte bergen sie dagegen oft nicht zu kalkulierende Risiken und oft lediglich in die Zukunft verlagerte Schulden. Die
Laufzeiten der Verträge sind vielfach so gestaltet, dass die Investoren genau dann aus ihrer Instandhaltungspflicht
entlassen werden, wenn sich erste schwere Abnutzungsmängel zeigen; andere Betreiber-Pflichten werden seitens der
privaten Partner oft nur ungenügend eingehalten und sind über die ganze Laufzeit der Verträge Anlass von
Auseinandersetzungen zwischen der Kommune und ihrem privaten Kompagnon. Häufig erhalten die privaten Investoren auch
Zugriff auf die von den Nutzern aufzubringenden Gebühren einer städtischen Dienstleistung. Auch hier sind im Vorfeld
verabredete Zahlen später oft nur noch Makulatur. So sind seit der Teil-Privatisierung der Wasserwerke in Berlin die
dortigen Preise für Wasser – entgegen aller Zusagen – unverhältnismässig stark angestiegen, während
gleichzeitig die Trinkwasserleitungen und die Abwasserkanäle immer schlechter gewartet werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genaueres zu
Vertragspflichten und möglichen -verletzungen ist normalerweise jedoch nicht in Erfahrung zu bringen. Denn die von
internationalen Riesenkanzleien (z.B. von Freshfields, vor allem bekannt geworden als Ghostwriter der Bundesregierung
für das Bankenrettungsgesetz) aufgesetzten Cross-Border-Leasing- oder Public-Private-Partnership-Vertragsmonstren sind
zumeist streng geheim – selbst die Abgeordneten der Parlamente erhalten keinen oder eingeschränkten Einblick in die
Details. Auch in Wuppertal kennt noch immer niemand den Inhalt der Verträge zu den Cross-Border-Leasing-Geschäften
mit MVA und Abwasser.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bekannt ist hingegen, wer von diesen Geschäften profitiert. Kaum überraschend,
teilen sich wenige internationale Megakonzerne die Proftite aus den teilprivatisierten kommunalen Infrastrukturen. Im
Marktsegment des Neubaus und Betreibens von Gefängnissen, Schulen, Strassen, Sporthallen und was immer ihnen noch so
einfällt, sind dies nur sechs Konzerne: Serco (England), Hochtief, Bilfinger Berger, SKE (deutsche Tochter von Vinci),
Goldbeck und die Royal BAM-Group aus den Niederlanden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Konzerne bilden zusammen mit den
vorfinanzierenden Platzhirschen der Finanzmärkte und unterstützt von international tätigen Anwaltskanzleien sowie
den grossen Beraterfirmen ein Quasi-Oligopol. Die sie beherrschenden neuzeitlichen Oligarchen und Grossaktionäre
entscheiden den Bedarf einer Stadt, über die Bedürfnisse ihrer Menschen und welcher Anbieter wo von ihnen profitiert.
Bestehende kommunale demokratische Strukturen sind dabei ein lästiges Übel, das immer wieder viel Zeit kostet.&lt;br
/&gt;&lt;br /&gt;Oft geht den Think-Tanks und den Kanzleien eines neoliberalen Gesellschaftsmodells und ihren Auftraggebern der
Umbau der Städte zu rein profitorientierten Privatunternehmen nicht schnell genug, zumal die Finanzkrise das
Verscherbeln allgemeinen Eigentums zuletzt zusätzlich erschwert hat. Zudem treffen Verkauf und Privatisierung von
Wohnungsgesellschaften oder von Stadt- und Wasserwerken oft auf den Unwillen der Bevölkerung, wie auch Gerd Landsberg,
Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- u. Gemeindebundes bestätigt: “Privatisierung ist seit der Finanzkrise
out. Ausserdem sind die Bürger dagegen.” An dieser Stelle tritt die Politik in die Pflicht gegenüber ihren privaten
Partnern, um dem mit Prognosen und Prioritäten, Richtlinien und Vorgaben effektiv und umfassend entgegenzuwirken.&lt;br
/&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Zum privaten Glück gezwungen&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um die grosse Skepsis der Bevölkerung auszukontern und um den
neoliberalen Umbau der Kommunen zu beschleunigen, sind von Land, Bund und der EU politische Folter-Instrumente
entwickelt worden. Die von allen ehemaligen Regierungsparteien, CDU/CSU, FDP, SPD und den Grünen im Zusammenspiel mit
dem Oligopol durchgesetzten Strukturwandelprogramme, Förderrichtlinien und Verteilungsschlüssel dienen weniger dazu,
eine wirklich positive Gesamtentwicklung zu befördern. Vielmehr untergraben sie die hauptsächlich auf kommunaler
Ebene mögliche Mitwirkung der Menschen an der Gestaltung ihres direkten Umfelds und lassen den Widerstand gegen die
Übertragung offentlicher Aufgaben an rein profitorientierte Anbieter ins Leere laufen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In ihrem
Folter-Instrumentarium findet sich z.B. eine rein formal-juristische Variante durch eine Negierung demokratischer
Rechte: Bürgerbegehren, die drohen, eventuell erfolgreich zu verlaufen, werden für unwirksam erklärt, (wie beim
Riesenprojekt “Stuttgart 21”), oder durch gegenlautende und manipulative, aber massiv von den Leit-Medien der
grossen Verlage beworbene Gegen-Befragungen nichtig gemacht – (wie etwa beim Kampf gegen einen City-IKEA in
Hamburg-Altona). Es funktioniert jedoch auch etwas eleganter, wie bei der Entmündigung der Bewohner einer Stadt durch
schlichtes Verschweigen wichtiger Einzelheiten und durch rein informelle Absprachen unterschiedlicher Stellen der
Behörden. Oft finden undurchsichtige Kompensationsgeschäfte statt, deren Teile gar nicht miteinander in Bezug gesetzt
werden können. (Teil-Abtretungen eines Naherholungsgebiets für einen Knastneubau gegen einen Landes-Strassen-Ausbau
wären z.B. so ein Koppelgeschäft.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch neben der formalen Demontage demokratischer Funktionen werden auch
finanzielle Tatsachen geschaffen, die eine mögliche Selbstbestimmung der Stadt-Bewohner im Keim ersticken sollen. &lt;br
/&gt;&lt;br /&gt;Um die Verwandlung gesellschaftlich kontrollierter Strukturen in einen Dienstleistungssupermarkt möglichst
bald flächendeckend durch bindende Geheimverträge für Jahrzehnte abzusichern – (so kann z.B. auch die – erst
nach dem partiellen Verkauf der Berliner Wasserversorgung gewählte – “rot-rote” Senatsmehrheit in Berlin das
Trinkwasser keinesfalls wieder rekommunalisieren) – hat sich die finanzielle Strangulierung der Städte als
effektivste Methode erwiesen, Kommunen zu ihrem “privaten Glück” zu zwingen. Wer arm ist, nimmt das, was er
kriegen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Kombination mit der Vergabepraxis bei Landes-, Bundes- und EU-Zuschüssen, die jeweils
einen Eigenanteil der Kommunen an beabsichtigten Strukturmassnahmen einfordert, bricht der eigene Gestaltungswille der
Städte so mehr und mehr in sich zusammen. Sie haben nicht mehr genug Geld, um Notwendiges selbst zu finanzieren, und
das wenige, das noch da ist, wird nicht etwa da eingesetzt, wo es die Bevölkerung als sinnvoll ansieht, sondern
ausschliesslich dort, wo weitere Geldmittel akquiriert werden können. Und das ist immer an der Seite von oft
federführendern privaten Investoren, die die Bedarfs- und Gewinnplanung einer Investition gleich selber erledigen –
ohne dabei an Folgeprobleme und Stadtentwicklung zu denken. Die vielen Shoppingmalls in der unmittelbaren Nachbarschaft
zu verödeten Innenstädten werden davon auch in vielen Jahren noch ein betongewordenes Zeugnis ablegen. Für jene, die
man hereinlässt, ebenso wie für jene, die mangels Kaufkraft draussen bleiben müssen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es mutet an wie ein
schlechter Treppenwitz – aber ausgerechnet der Beinahe-Kollaps der hinter den Privatisierungs-Raubzügen stehenden
globalen Finanzwirtschaft, der mithilfe öffentlicher Gelder gerade nochmal abgewendet wurde (für dieses Mal) - wird
jetzt unter Verweis auf fehlende Mittel dazu benutzt, eine kommunale Finanzkrise zu verschärfen, die die Kommunen noch
schneller in die Arme genau jener Banken und Konzerne treiben wird, die soeben noch mit öffentlichen Geldern gerettet
worden sind. Das nennt man dann wohl eine “win-win-situation”.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Sparen, um zu gestalten&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br
/&gt;Wenn eine Stadt wie Wuppertal einen Teil eines ihr gehörenden kommunalen Unternehmens veräussert, um den
Eigenanteil an einem Bauvorhaben, (z.B. dem Umbau einer zentralen Kreuzung, von dem sicher einige der zuvor genannten
Konzerne profitieren), finanzieren zu können, dann hat der Planer des neoliberalen Stadtumbaus alles richtig gemacht.
Die Kommune verkauft billig Teile ihres profitablen Eigentums, verschuldet sich darüberhinaus noch weiter mit
langfristigen Zahlungsverpflichtungen, und die fette Beute wird von den ausführenden und vorfinanzierenden Banken und
Unternehmen weggeschleppt – und das auch noch, dank geheimer Verträge, ohne parlamentarische Kontrolle.&lt;br /&gt;&lt;br
/&gt;Übrig bleiben dann oft auch noch vollkommen geschmack- und gesichtslose neue Kreuzungen, das tolle neue Parkhaus
für den tollen neuen Möbelmarkt, eine auf vermeintlichen Standortvorteil und Reingewinn zugeschnittene Eventkultur,
oder viel bejubelte Leuchtturmprojekte, deren gebetsartig verkündeter Nutzen nur für jene zum Tragen kommt, die ihre
Nutzung bezahlen können. Übrig bleiben so eben auch geschrumpfter Besitz an den eigenen Bildungsträgern,
Energieversorgern oder Wohnungsgesellschaften ein noch nicht sichtbarer Berg von zukünftigen neuen Schulden und
Innenstadt-Wüsten, aus denen die Shoppingmall-Betreiber kraft Hausrecht die Teile der Bevölkerung ausschliessen
können, die nicht genügend konsumieren oder mögliche Kunden vielleicht verschrecken. Übrig bleiben marode Trink-
und Abwassersysteme und nicht richtig gewartete Fahrgerüste für Schwebebahnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf der Strecke bleibt
dagegen die aktive Teilhabe aller Menschen an den Dingen in ihrer Stadt, die Perspektive der Habenichtse, der jungen
wie der alten, der soziale Friede und die Lebensqualität.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf der Strecke bleibt so die demokratische Stadt
– zugunsten der Gewinne eines Oligopols, dessen politische Verflechtungen nicht mehr entwirrbar scheinen. Vor diesem
Hintergrund erhält der Titel des Wuppertaler Haushaltssicherungskonzepts eine erschreckend düster-bedrohliche
Bedeutung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&amp;#8220;Sparen, um zu gestalten.&amp;#8221; Es ist zu befürchten, dass sie es ganz genau so
meinen.&lt;br /&gt;
&lt;a title=&quot;YouTube: STADTENTWICKLUNG&quot; target=&quot;_blank&quot;
href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=jKmjW3dpSak&amp;feature=related&quot;&gt;Stadtentwicklung!&lt;br /&gt;
&lt;/a&gt; 
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    Wehrt sich Wuppertal?, </dc:subject>
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    <title>Wehrt sich Wuppertal? Teil 1</title>
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    &lt;b&gt;Was ist passiert ?&lt;/b&gt;&lt;i&gt; – Beitrag vom 03.Februar 2010&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Diskussion und der Protest gegen das von Stadtkämmerer Johannes Slawig, (CDU), und seinem Chef, Oberbürgermeister
Peter Jung, (CDU), vorgelegte Haushaltssicherungskonzept für die Stadt Wuppertal bieten tragikomische und bizarre
Facetten. Da werden Entscheidungebenen verwechselt, durcheinandergebracht und nach Motivlagen gar nicht erst gesucht;
es werden Tatsachen behauptet und Fakten geschaffen; falsche Protestierer führen das Wort, während echte Betroffene
nicht zu Wort kommen; und oft ist nichtmals klar, wer der eigentliche Adressat vieler Botschaften ist, die in den
letzten Wochen zu hören und zu lesen waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
 Wenig überraschend fängt die Verwirrung schon auf der Titelseite des mittlerweile meist &amp;#8220;Sparpaket&amp;#8221;
benannten Dokuments an, für das die beiden Stadtspitzen persönlich verantwortlich zeichnen. Die valentineske
Überschrift des Haushaltssicherungskonzeptes  lautet &amp;#8220;Sparen um zu gestalten&amp;#8221;. Ein Satz wie eines der
Bonmots des sehr späten Erich Honecker. Zumindest auf den ersten Blick. Seine valentineske Dimension erhält er durch
die mit ihm sehr genau benannte Wahrheit, die sich hinter den Vorschlägen und Massnahmen verbirgt, mit denen auf die
Haushaltslage der Stadt Wuppertal reagiert werden soll. Doch dazu später.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Don Quixottes Pleitegeier und Golfclubrebellen&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zunächst soll noch etwas zu der Ausgangsthese gesagt
sein, nach der viele Aktionen gegen das &amp;#8220;Spardiktat&amp;#8221; wirken, als seien sie in Schilda von Don Quixotte
geplant worden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So hängt jenes, von Sancho Panza und Quixotte im letzten Jahr gegründete Bündnis
&amp;#8220;Wuppertal wehrt sich&amp;#8221; gemalte Pleitegeier an Rathäuser, (weil ja offenbar niemand mitbekommen hat, dass da
keine Kohle mehr drin ist...), demonstriert alsbald bettelnd mit wenigen Getreuen am Regierungspalast in Düsseldorf,
obwohl von dort nur zynische Glückwünsche für den &amp;#8220;Mut der Stadt, das Theater zu schliessen&amp;#8221; (Zitat:
SPD-Regierungspräsident Büssow), zu hören sind, und lässt sich sogar, wenn man den Aussagen am Rande der
samstäglichen Kundgebung vor dem Schauspielhaus glauben darf, vom OB die eigene Protest-Rednerliste diktieren –
angeblich untersagte OB Jung nämlich kurzerhand einen Beitrag von Schauspielintendant Christian von Treskow am
Freitagmittag vor dem Barmer Rathaus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann demonstrieren ca. 1.500 Leute in finnischer Kälte gegen die
geplante Aufgabe des Elberfelder Schauspielhauses, erfreuen sich an einem massgeblich durch die freie Szene der Stadt
gestalteten Protestmarathon von Freitagnacht bis Samstagnacht, doch die  Tatsache, dass die finanziellen Mittel für
eben diese freie Szene bereits jetzt per Dekret auf nahezu Null zurückgefahren wurden, wird beinahe gleichgültig zur
Kenntnis genommen. Denn anders als bei einem möglichen Beschluss zur Nicht-Sanierung, bzw. zur Schliessung des
Theaterbaus in Elberfeld bedarf es dazu keiner Zustimmung durch den Stadtrat. Stadtkämmerer Slawig kann das gänzlich
alleine entscheiden und hat dies auch bereits getan. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während sich auch in Golfclubs beim abschliessenden
Häppchen leicht bürgerliche Bedenken gegen ein Ende des Sprechtheaters formulieren lassen, geht der programmierte Tod
der Off-Theater, Musiker und freien Veranstalter vielen von denen, die sich da am Samstagnachmittag als Kulturmenschen
bekannten, scheinbar am Arsch vorbei. Da drängt sich die Frage auf, ob bei einer solchen Lage des Kulturbewusstseins
in der Bevölkerung die Schliessung des Theaters in Wuppertal wirklich unzumutbar ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Theater für
alle&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch – natürlich. Sie ist inakzeptabel und unwürdig. Dabei darf man jedoch nicht vergessen,
dass erst, seitdem mit Christian von Treskow ein neuer Intendant das Wuppertaler Schauspiel leitet, dessen Ressourcen
auch anderen und anderem zur Verfügung stehen. Hin und wieder jedenfalls. Das, was den 24-stündigen Protest am
Wochenende eindrucksvoll machte, nämlich die bunte Lebendigkeit einer grossen Stadt, hatte eben über Jahre keinerlei
Zugang zu den lichten Hallen bergischer Hochkultur. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass sich derart weite Teile der freien Wuppertaler
Kulturszene so solidarisch zeigten, war also keineswegs selbstverständlich. So manche/r der, die am Samstag mit Stolz
auf den eigenen Willen zum Protest herumlief, hätte deshalb eigentlich eher scham- statt zorngerötete Wangen haben
müssen. Es bleibt zu hoffen, dass die Zeiten der selbstgenügsamen Bräsigkeit öffentlich finanzierter Kunsttempel
seit diesem Wochenende vorbei sind, und dass sich Solidarität nicht wieder einmal als tragische Einbahnstrasse
erweisen wird. Es wäre wünschenswert, wenn das Haus geöffnet bliebe für den Widerstand der Wuppertaler gegen ihre
kulturelle und soziale Kastrierung. Auch dann, wenn der Stadtrat das Ende des Theaters nicht absegnen sollte und nur
noch jene, für die keine Gewerkschaften sprechen und auch keine Bühnenvereine mobilisieren, um ihre Existenz kämpfen
müssen. Das wird seitens des Theaters auch Standhaftigkeit erfordern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit einer solidarischen Haltung
gegenüber Subkulturen und sozialen Initiativen wird es sich keine Freunde in der Lokalpolitik machen. Was man dort von
einem politischen Stadttheater hält, lässt sich sehr gut an der verhinderten Rede des Intendanten von Treskow
ablesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dass in genau jenem Moment, in dem sich das Wuppertaler Schauspiel auch für Akteure jenseits
des eigenen Bühnengrabens öffnet und in dem es mit einem durchaus kontroversen Spielplan versucht, ein Theater für
alle zu sein, im Barmer Rathaus offen seine Verzichtbarkeit postuliert wird, ist bezeichnend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Wuppertal
wehrt sich. Gegen Erkenntnis.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück zu der Diskussion um das Haushaltssicherungskonzept und den munter
verwirrten Argumentationslinien, die den Diskurs um die Zukunft der Stadt derzeit prägen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn der
Schauspieler und samstägliche Protestredner Armin Rohde fordert, man solle bei den Banken einfordern, sich um die
Städte zu kümmern, übersieht er, dass eine Stadt wie Wuppertal diesen Banken bereits (fast) vollständig gehört –
mithin also in den verarmten Kommunen soetwas wie eine Geschäftspolitik mit eigenen Vermögenswerten umgesetzt wird.
Ein Theater kann, muss aber nicht zu einem Investment passen. Wenn der frühere Intendant Holk Freytag bei der gleichen
Veranstaltung dem OB Hilfe bei einer möglichen Rettung des Wuppertaler Schauspiels anbietet, verkennt er, dass seine
Appelle für das Theater dort gar nicht verstanden werden - und wenn über Theater einmal geredet wird, ganz sicher
nicht das seine gemeint ist..&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Geschenkt. Der eine ist Schauspieler, der andere Theatermacher. Wenn jedoch
ein Bündnis “Wuppertal wehrt sich”, das sich eine “politische Einflussnahme” auf die Pleitegeierfahnen
geschrieben hat, permanent so tut, als liesse sich durch gemeinsames Agieren mit der Stadtspitze das Problem kommunaler
Unterfinanzierung lösen, wird es bedenklich abenteurlich und auch kontraproduktiv. An wen richten sich eigentlich die
Pleitegeier und Protestbanner, wenn sie ausschliesslich in Wuppertal selber zu sehen sind?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum wird nicht
einmal nachgefragt, warum die Finanzierung der Kommunen seit Jahren erodiert? Warum wird so getan, als ob die
wegbrechende Einnahmen lediglich das Ergebnis von schlecht durchgerechneten Plänen sind? Wie naiv muss man eigentlich
sein, wenn man die Augen davor verschliesst, dass die desolate Lage vieler Städte das gewollte Ergebnis politischer
Vorgaben ist?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht jedoch ist diese Erkenntnis gar nicht gewollt. Es hätte ansonsten das sofortige
Ende der Kollaboration mit den Jungs und Slawigs dieser Stadt zur Folge, es müsste die Systemfrage gestellt werden,
die WZ würde nicht mehr freundlich von “professionellem Protest” schreiben und ein solches Bündnis könnte dann
den Menschen dieser Stadt auch nicht länger vorgaukeln, dass sich “Wuppertal wehrt”. Es müsste den Wuppertalern
sagen, wie es ist: Dass nämlich Peter Jung der oberste lokale Vertreter jener Partei ist, die zusammen mit den
Spezialdemokraten genau die politischen Strategien auf den Weg gebracht hat, die den Menschen ihre Städte wegnehmen
sollen; dass ihr Bürgermeister jene Politik, die im Endergebnis die kommunale Selbstverwaltung unterhöhlt, inhaltlich
voll und ganz vertritt und dass er die Überzeugungen derer bedenkenlos teilt, die quasi-religiös alles einem Fetisch
“Markt” unterordnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Ende würden die Leute zum Protestieren noch dorthin gehen, wo man sie
keinesfalls sehen will: Zum eigenen Rathaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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