Räume und Technik
Transurbanes Experimental-Labor • Alter Markt Wuppertal-Barmen
Exposé dok.B .01.04
Die Räumlichkeiten des nördlichen Fussgängertunnels am Alten Markt erfüllen bereits viele Kriterien für die Nachnutzung als Experimental-Labor, erfordern jedoch z.T. eine flexible Planung für Aus-, bzw. Umbau und Betrieb. Nachfolgend wollen wir auf einige verschiedene Aspekte, die von uns im Vorfeld bereits abgeklärt werden konnten, eingehen.
So umfasst beispielsweise auch eine reduzierte Nutzfläche der infragekommenden - und aus verschiedenen Gründen für einen Betrieb als Experimental-Labor notwendigen - Räumlichkeiten, noch immer ca. 850 m² - was für eine laufende Nutzung als Veranstaltungsort sowohl logistisch, als auch personaltechnisch eine besondere Herausforderung darstellt, andererseits jedoch auch vielfältige Veranstaltungen für ein Publikum zwischen 50 und mehreren hundert Besuchern, und ein breites Spektrum an kulturellen Programmen - von bestuhlten Einzelvorträgen, über professionelle Theateraufführungen und Konzerte, bis hin zu progressiven Tanzveranstaltungen - ermöglicht.
Auch macht es der Verschluss von vier der ursprünglich sechs Ausgänge, und die Nutzung des noch geöffneten Aufgangs zur Bushaltestelle als eigener Brandabschnitt und Notausgang für das Kaufhaus zwingend erforderlich, zumindest einen weiteren Ausgang an die Oberfläche zu schaffen, um der VStaettVO entsprechende Fluchtwege zu schaffen. Gleichzeitig trennt der nachträglich eingebaute Brandabschnitt, der eine Entfluchtung des Kaufhaus-Tiefgeschosses ermöglicht, beide, für den Betrieb als Experimental-Labor notwendigen Teile der unterirdischen Anlage voneinander, sodass eine neue räumliche Verbindung beider Anlagenteile, parallel zum Fluchtweg des Kaufhauses, geschaffen werden muss. Auf der anderen Seite bietet die räumliche Trennung der Bereiche jedoch auch die Chance, zwei atmosphärisch unterschiedliche, voneinander unabhängige und in der Grösse flexible Aktionsräume zu schaffen.
Die durch die aktuelle Aufteilung und die reduzierten Zugänge der Fussgängerpassage vorgegebenen räumlichen Bedingungen erfordern ein kreatives Um- und Ausbaukonzept und einige Vorabinvestitionen in die Schaffung von neuen Fluchtwegen, Brandabschnitten und nutzbaren Flächen.
Die technischen Grundvoraussetzungen für einen Betrieb der alten Fussgängerunterführung als Veranstaltungsraum, bzw. als Musikclub sind - soweit für uns nach einigen Besichtigungen ersichtlich - hingegen bereits mehrheitlich vorhanden.
So ist eine grossvolumige Be- und Entlüftungsanlage für die gesamte Passagenfläche noch installiert und teilweise sogar als Frischluftzufuhr noch in Betrieb. Allerdings lassen sich noch keine Aussagen zur tatsächlichen Dimensionierung, oder zur vollständigen Funktionsfähigkeit der im Objekt befindlichen Anlagen treffen. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Be- und Entlüftungsanlage ausreichend gross angelegt wurde, um auch grössere, sich in der Passage aufhaltende, Menschenmengen zu bewältigen. Für eine verbindliche Beurteilung dieses Punktes müsste daher ein Besichtigungstermin mit einer Fachfirma im Objekt vereinbart werden.
Ebenfalls einer gesonderten Klärung bedarf die Frage, ob es kostengünstige Möglichkeiten gibt, den Tunnel Steinweg, bzw. die Ladenpassge in Teilbereichen, beheizen zu können. Derzeit sind im Objekt keine Heizungen vorhanden, was bestuhlte Veranstaltungen im Objekt während des Winters unmöglich macht. Zur Ausarbeitung von Lösungen, die sowohl in die Räumlichkeiten als auch in den erweiterten Investitionsumfang integrierbar sind, wäre ebenfalls ein Besichtigungstermin mit einer Fachfirma zu vereinbaren.
Durch die massive Bauweise der Anlage - mit einer geringen eigenen Brandlast - und durch die Möglichkeiten zur Schaffung voneinander getrennter Brandabschnitte, ist ein notwendiger Brandschutz unserer Auffassung nach prinzipiell gegeben, oder aber mit überschaubaren Investitionen zumindest herstellbar.
Automatische Feuerlöschsysteme (Sprinkleranlagen) existieren nicht. Nach Besichtigung des Objektes mit einer Fachfirma lässt sich hierzu vorab aussagen, dass eine nachträgliche Installation in mehreren Varianten möglich ist. Der Umfang der hierfür notwendigen Investitionen schwankt jedoch wesentlich, je nach Konstruktion der Sprinkleranlagen, (abhängig von der WSW AG als Wasserlieferant).
Die seit einiger Zeit verschlossene öffentliche Toilettenanlage erscheint funktionstüchtig und hat sich bei einer Besichtigung in erstaunlich gepflegtem Zustand gezeigt, sodass hier lediglich geringere Umbauten vorgenommen werden müssen, um der VStaettVO entsprechende sanitäre Anlagen im Objekt anbieten zu können. Wasserzu-, und -abflüsse sind fast überall im Bereich der unterirdischen Anlage in grosser Anzahl vorhanden, was eine sehr flexible Versorgung gastronomischer Teilbereiche gewährleistet, ohne hierfür zuvor Zu- und Ableitungssysteme für Wasserzufluss und -entsorgung schaffen zu müssen.
Ähnlich verhält es sich mit der Elektrizitätsversorgung. Die Grundversorgung ist vorhanden, darüberhinaus müssen jedoch spezielle Installationen vorgenommen werden, die der Betrieb einer Veranstaltungsstätte zwingend voraussetzt. So müssen u.A. umfangreichere Umkonfigurationen vorhandener, unter der Betondecke verlegter Kabelwege vorgenommen werden, um den Brandschutzanforderungen der VStaettVO zu genügen.
Möglichkeiten zur Andienung des Experimental-Labors konnten noch nicht abschliessend verifiziert werden. Es existieren zwei alte Lastenaufzüge zum Strassenniveau, am Eingang Steinweg, (oberirdisch zwischen Parkhaus und Wupperufer ankommend), sowie in Nebenräumen am überbauten ehemaligen Ein-, bzw. Ausgang zum Fahrbahnrand der Höhne. Ob sich die Lifte in funktionsfähigem Zustand befinden, konnte noch nicht geklärt werden. (Zumindest der Schacht des Lastenaufzuges Steinweg sollte jedoch für eine Andienung nutzbar sein.) Gleiches gilt auch für die noch vorhandene Rolltreppe am Auf-, bzw. Abgang im Parkhaus am Steinweg, deren Sanierungsbedarf unklar ist.
Zusammenfassend ist zum jetztigen Zeitpunkt und auf Basis der derzeit vorliegenden Informationen festzustellen, dass der Betrieb eines Experimental-Labors in der Fusgängerpassage am Alten Markt zwar einige Vorabinvestitionen erfordert, diese aber angesichts der Grösse und der Möglichkeiten des Objektes deutlich geringer ausfallen dürften, als von uns im Vorfeld zunächst angenommen.